Massoud Godemann Trio Die alte Schule hält den Damen noch die Türen auf, setzt auf gebügelte Hemden und hat den Jazz in ein Gipskorsett gesperrt, das der einst so lebhaften Musik gehörige Schmerzen versetzt. Vorbei sind die Zeiten als Jazz im großen Stile Avantgarde war, und sich die Musiker abwechselnd mit neuen Einfällen überholten. Jazz ist sehr nett geworden, behäbig und so in derart in die falschen Hände geraten, dass es nicht mal mehr Staubkanten zu bewundern gibt. Es ist alles taub und stumpf geputzt und die Jazz-Polizei wacht über das Vermächtnis wie die Bildzeitung über die Volksmoral, könnte man meinen, würden nicht doch ein paar schöne Ausnahmen wieder neuen Schmutz von der Straße in die versiegelten Jazzclubs der Republik tragen.

Das Massoud Godemann Trio ist eine dieser Ausnahmen, bei der sich „Jazz“ auf „Jetzt“ reimt und die Jazz-Polizei endlich mal den zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen muss. Das MG3 ist keines der Fusionprojekte, das auf den ersten Blick mit einer Ausgefallenheit zu überzeugen versucht, sondern ein Trio, das frei von schwerfälligen Konventionen und Konfektionen spielt und komponiert. Der Charme des Gesetzlosen stellt sich erst beim genauen zuhören ein, nachdem einen die ersten Töne entführen. Die Kompositionen schwelgen in den schönsten Tönen quer durch die Eindrücke und Einflüsse des Alltags, und entfachen Kopfkino feinster Güte. Das ganze schimpft sich Fat Jazz, technisch versiert und trotzdem ins Leben verliebt, spielen die drei Musiker nun schon seit rund 7 Jahren zusammen, und stehen allmählich ganz oben auf der Fahndungsliste der Puristen. Die Unschuld kommt vom Lande, und das MG3 endlich wieder nach Lüneburg.

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